Archiv für November, 2011

Provinzgroßstadtweihnachtsmarkt relaunched…

Veröffentlicht: November 22, 2011 in Heimatmelodien

Saisoneröffnung. Gestern.

Im Westen nichts Neues möchte man sagen. Nicht viel zumindest. Auch in diesem Jahr besteht der Weihnachtsmarkt dieser Stadt aus den selben Trink- und Fressbuden wie im letzten Jahr. Und dem Jahr davor und dem Jahr davor und….. lassen wir das. Die Trink- und Fressbuden stehen auch an den selben Plätzen wie letztes Jahr. Und dem Jahr davor und dem Jahr davor und….. lassen wir das. Einzig wirklich neu ist, dass die Eisbahn durch ein Indianerdorf ausgetauscht wurde. Ein Dorf das aufgrund seiner Größe nicht mal ein grünes Ortsschild verdient hätte.

Was genau jetzt Indianer mit Weihnachten zu tun haben, klären wir ein anderes mal. Vielleicht.

Ziel ist ja eh eine geeignete Tränke um die Saisoneröffnung ein wenig begießen zu können. Glück für den Trinkstand, dass die Eisbahn nicht mehr existiert. Indianer brauchen weniger Platz, dafür kann man die Theke expandieren. Sehr gut. (1. guter Grund für das Indianerdorf). Glühwein is ja mal so gar nicht meins. Ich bestelle drei Bier und bringe damit die nett lächelnde Thekenfachkraft komplett aus der Fassung. Wie, kein Glühwein? Nein, sag ich, drei große Bier bitte. Nervös kaut sie auf ihrem Lippenbändchenpiercing, fingert 3 leere Krüge aus dem Regal und versucht Ihr Glück an Zapfhahn 1.

Sie: He He, also gemacht hab ich das noch nie, aber ich Versuch mal mein Glück!

Ich: Zapfen ist eine Kunst! Wird schon passen!

Sie: Ich mein ich bin ja auch neu hier. Ist mein erster Tag!

Ich: Ahja, ist es nicht der Erste für Alle?

Ok, hätte ich nicht sagen sollen. Nach Zapfhahn Nummer 7 hat Thekenfachkraftchefin endlich Mitleid mit mir und ihr und übernimmt das Ruder. Nach gefühlten 2 Stunden und der 27igsten Wiederholung der Coversion des Remixes von Last Christmas hab ich nun endlich ein Getränk. Gut gemacht. Dreh mich rum und stoße mit der politischen Führungseben dieser Zusammen. Soso, die Herren! Große Politik in kleiner Runde! Prost.

Wer trink der muss auch mal müssen. Notdurftentrichtungsanstaltscheffin hat ihren Pipi-Wagen näher an der Theke aufbauen können, als noch im letzten Jahr. (2. guter Grund für das Indianerdorf) Kurze Wege verlängern die Thekenverweildauer. Erleichtern kostet pro Urinalgang 50 Ct. oder man bucht Flatratepissen für EUR 2 am Tag. Ein Schnäppchen. Und Sauber sind die stillen Örtchen auch. Lohnt sich. Nur gerade dann, als man ein Lob für die Arbeit der Notdurftentrichtungsanstaltscheffin loswerden will, hechtet die wie ein Geier einem erleichterten Kunden hinterher um Inkasso-Moskau-mäßig die Pissschulden einzutreiben. Nicht sehr löblich. Egal.

Zurück an der Theke erfolgt die musikalische Eröffnung durch irgendeinen Posaunenchor dieser Stadt. Die weihnachtlichen Fanfaren werden lautstark durch die Kriegstrommeln aus dem Indianerdorf unterstützt. Klingt komisch, aber hilft beim Takthalten. (3. guter Grund für das Indianerdorf) Als die himmlischen Chöre verstummen hör ich Südwestfalen-Frieder zu seiner frisch renovierten Doppelherzdame sagen:

Er: Nää, watt good datt die Eisbahn weg is, woar? Dat ewige geknalle da an die Banden hat doch arg genervt, woar?

Sie: Schlimm war dat. Und dar Geschreie von den vielen Kinnern! Man konnte den Glühwein gar net richtig genießen!

Er: Dat sach ich dir! (zur Thekenfachkraft) Ey, tu ma dat Weihnachtslied mit dem HEY HEY von dem aus Malle! Wir bringen ma en bißchen Stimmung in die Bude, woar?

Der BESTE Grund für das Indianerdorf 

Man trinkt nie aus!

Veröffentlicht: November 19, 2011 in Wursttheke

Frühmorgentliche Lehrstunde über Kleinflaschige Alkoholika an der Wursttheke um die Ecke:

derSportraucher (im Folgenden „sp“ genannt): Moin, ich suche so Rum für zum Backen. In so kleinen Flaschen! 

TanteEmmaLadenFachangestellte (im Folgenden: „TELF“ genannt): Jo, hammrr do. Dat steht do hinne zwische dem Milschrreis un dem Schokostrreußelzüch! Dat leecht prreißlisch abbrr uff enner Ebene mit Schampus, woar! 

sp: Oh, ok! Gibt´s ne Alternative? 

TELF: Jo, he vorrne die klenn Stubbies vorr de Sprrities! Sinn billierr un läkkerrerr. Die nämm ich uch immerr zum Backe! Schmäcke  bessrr als die do hinne. Ich mein, ich hann die annerrn uch schomma getrrunke, abbrr die sinn eher so babbisch, woar! 

sp: Ich dachte die zum Backen sind nix zum trinken, oder? 

TELF: Ach watt! Ma ka alles trrinke wenn ma de Magen dazu hätt, woar!