Menschen sind komisch und hören nicht zu…

Veröffentlicht: Juli 27, 2010 in Irrenhaus

eigentlich ein nicht wirklich spannender und wenig abwechslungsreicher arbeitstag. eigentlich! wären da nicht die herrlich bescheuerten und servicewilligen menschen semihumanoide, die sich immer wieder neue großartigkeiten einfallen um anderen (fast kompletten) humanoiden das leben schwer und die nerven kaputt zumachen ….unglaubliche unglaublichkeiten tun sich immer dann auf, wenn menschen nicht zuhören. vor allem dann.

ich mein, das kein normales, alltägliches nicht-zuhören. das ist eher die champions league der ignoranz gegenüber dessen, was die selbstgestellte frage zu genüge beantwortet. diese verhalten hat dabei durch aus unterschiedliche gründe und passiert ganz bestimmt nicht spontan sondern ist von einem starken bewusstsein und dem glühenden willen gesteuert….einfach nicht zuzuhören. da bin ich sicher. unterschiedliche kategorien des nicht-zuhörens lassen sich dennoch ausmachen. den beleg dazu bietet meist ein nicht wirklich spannender und wenig abwechslungsreicher arbeitstag.

kategorie 1: die alterspräsidenten

mitmenschen, die sich von alters wegen her eher langsam und mit bedacht in der heutigen medien-welt bewegen, bereiten sich meist bis ins detail auf den schritt in die neumodische servicewelt vor. es wird aufgeschrieben was gefragt und gesagt werden soll. (in seltenen fällen sogar auswendig gelernt) und wehe, der jungspund am anderen ende der neumodischen telefonleitung schlägt einen anderen, als den selbstgewählten weg ein. dann ist aber holland in not. nicht zuhören und krampfhaft versuchen das aufgeschriebene bzw. auswendig gelernte an den mann zu bringen. vollkommen nebensächlich ist dabei de tatsache, das der junge (sick!) kerl bereits am zweiten satz erkannt hat, worums geht, den dritten satz auf nachfrage unterbrochen hat und im eigenen vierten satz die antwort gibt. eine sache von 2 min. eigentlich! wäre da nicht der restliche text auf dem zettel…. 12 minuten später darf ich dann wieder von vorne anfangen!

kategorie 2: der aufgeregte dialektiker

so wirklich richtig akzentfrei spricht man wenn überhaupt noch irgendwo zwischen münster und hannover. grob gesagt. auch meine stadt ist alles andere eine hochburg des hochdeutschen. aber hier sind die menschen langsam, wortkarg und zurückhalten. ganz anders sieht das in anderen kultur – und sprachkreisen aus. je wilder der dialekt, deto eher hören sich die angehörigen dieser sprachgruppe am liebsten selbst reden. so der anschein. wenn nun alois (namen vom verfasser geändert) aus niederbayern (die region auch) ein anliegen wegen etwas hat, was seiner meinung nach nicht normal läuft, kann das schon mal dazu führen, dass er zu einem meister der dialekt-eloquenz wird und in feinstem niederbayrisch loslegt wie die feuerwehr. was genau dabei gesagt wird ist wiederrum nebensache, hauptsache es hagelt wortkreationen die niemand jenseits des weißwurstäquators auch nur im ansatz verstehen kann. unterbrechen sinnlos. die berechtigten einwürfe prallen einfach am fünften „herrschaftszeiten“ ab und krepieren irgendwo zwischen router und ohrmuschel. reden lassen. schluck kaffe. neuer versuch. kapitulation. kontakt per email erwünscht und erforderlich.

kategorie 3: medien-integrierte

das sind, mit verlaub, die allerschlimmsten.  denn die wissen was abgeht. die kennen die medien, das internet, ihren computer, die schallplatte mit dem programmdrauf und die service-leistungen ganz genau. sind ja meist selbst systemadministratoren in der rechtsabteilung einer großen computerfirma mit direkter standleitung zur einschlägigen genre-presse. denen kann man nichts vormachen. mit diesem satz beginnen diese androiden dann auch gerne die konversation. oder das, was davon übrig bleibt. jeder eigene satz, sofern sich denn zeitlich gesehehn einer draus entwickeln konnte, wird mit super insiderwissen und fachkompetenz gehobener qualität niedergemacht. sie haben ja alles schon gesehen und erlebt. jeder eigene einwand zieht einen monolog an semigefährlichen halbwissen nach sich, der sich gewaschen hat. man fühlt sich so klein und unbedeutend. bis dann der punkt erreicht ist, an dem einen satz nach ca. 100 vergeblichen versuchen, tatsächlich mal zu endesprechen darf. 1 satz, thema geklärt aber der integriete sauer, weil nicht er die lösung erkannt hatte sonder völlig daneben lag.

kategorie 4: die bluthochdruck-junkies

vor(bei) denen hab ich am meisten angst respekt, nein doch angst. sowas bekommt denen nicht. isr gar nicht gesund. ich meine damit nicht die latent emotional erregten, nein eher die, die stocksauer sind. die nennen ihren vornamen meist mit einem bedrohlichen ton und schreien ihren nachnamen hinterher. bei denen ist was schief gelaufen, was es zu klären gilt. soviel ist klar. die schuldfrage wird dabei zur nebensache, hauptsache es wird geklärt und das blutdruckmessgerät bleibt heile. die sind dann si angefressen das sie nur noch brüllen, schreien und kreischen und einem ans leder wollen. selbst vorsichtig angesetzte und wirklich liebgemeinte beruhigungsversuche steigen den lautstärkepegel um ein vielfaches. selbst reden sinnlos. man hört ja nich mal mehr das eigene wort vor ohren. also ab in den dezibel-schutzbunker, warten bis das trommelfeuer vorbei ist, und dann den geordneten rückzug antreten. kleine häppchen an zustimmung verteilen und hoffen das es gut geht. mehr kann man da einfach nicht machen.

aber irgendwie haben die kategorien ja auch recht. wie einfach wäre es denn dann? so unkompliziert und harmonisch! regelrecht schleimig und langweilig. gegen eine zwischendurchauswahl der kategorienmitglieder in meinem mehr oder weniger direktem umfeld hab ich ja nix. nur gebündeltes und dauerhaftes auftreten macht mich wahnsinnig. so wie heute. echt jetzt.

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