bildungs-streik 2009…wir brauchen ideale

Veröffentlicht: Juni 16, 2009 in Bildungshügel Galore!

oder zumindest welche, die die ideale in adäquater form umsetzen.

liebe streikenden der uni siegen,

es war mir ein fest, euch heute in den verschiedenen veranstaltungen erleben zu düfen. in feinen gelben laibchen, bewaffnet mit einer willenskraft wie eine kuh nach der morgenfütterung und vor allem mit einem gut ausgedachten streik-programm seid ihr quasi in die hörssäle gestürmt um eurer position gehör zu verschaffen. natürlich nicht ohne vorher den jeweiligen dozenten um erlaubnis zu fragen. was dann folgte, hatte mit einem tatsächlichen streik-aufruf genau so viel gemeinsam wie frau pauli seit heute mit den freien wählern. nichts!

unkoordiniertes gestammel á la „joah da is ne demo, wenn ihr bock habt….dann könnt ihr ja“ und so kleine revolutionsschaffende begriffserfindungen wie „rotes forum“ oder so ähnlich. (für die ortskundigen: damit ist der rot gepflasterte bereich zwischen kiosk und eingang richtung audimax inkl. treppe gemeint) …großes kino.

wofür oder wogegen streikt ihr eigentlich? studiengebühren, ok das macht sinn. aber auch gegen den bachelor-studiengang, dessen prüfungsordnung, gegen das punkte-system und anwesenheitslisten. für mehr selbstbestimmung und für mehr studieren was man will. hmpf. harter stoff. auch die selbstverständlichkeit, mit der ihr davon ausgeht, dass alle eurer meinung sind, halte ich für latent übertrieben. und mal im ernst, rege beteiligung an einem streik heisst für mich mehr als eine „kampfgruppe“ und 3 zelte auf der wiese neben dem bistro.

wir brauchen ideale. oder wer hat noch welche. das zeit campus magazin mein, dass studenten von heute radikaler sind als die alten revolutionshelden der 68er. kann sein, muss aber nicht. und wenn radikaler, dann bestimmt auch mal in die andere richtung. eher mit dem strom. und anwesenheitslisten zerreissen ist nicht gerade das, was ich von einem streik erwarte. da hat es schon ganz andere symtolträchtige handlugen gegeben.

die regelungen der neuen bachelor-studiengänge haben mir z meinen kleinen haarigen arsch gerettet. in zwei erfolglosen studiengängen bin ich nämlich in den genuss gekommen, das zu studieren was ich will und dafür auch noch keine geühren zahlen zu müssen. und ich hab tatsächlich das studiert was ich wollte. bistrologie im hauptfach. da war ich gut. beim rest bin ich untergegangen. aber mit wehenden fahnen. und dann kam plötzlich so ein kleiner aber feiner social-science studiengang um die ecke. mehr so schule als uni aber  eben genau das, was ich grbaucht hab. und man glaubt es kaum, es läuft. es läuft sogar sehr gut. und das liegt zu 90 % daran, dass man eben in die vorlesungen und seminare gehen muss, weil eben jemand die anwesenheit kontrolliert. das bringt wissen. und wissen kostet ja bekanntlich.  hätte ich heute immer noch die freiheiten die ihr einfordert, wär ich noch lange nicht soweit wie jetzt nach sechs semestern. das ist mal sicher.

liebe streikenden, sicherlich habt ihr verständnis dafür, dass ich euren streik nicht unterstützen werde. das, was ihr wollt, ist nicht das was ich will. nichts für ungut, aber das macht mal schön alleine weiter.

mit freundlichen grüßen

rückwärts nimmer, vorwärts immer

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